{"id":231,"date":"2017-07-04T19:26:58","date_gmt":"2017-07-04T17:26:58","guid":{"rendered":"http:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/?page_id=231"},"modified":"2021-05-05T18:48:42","modified_gmt":"2021-05-05T16:48:42","slug":"geographische-lage-und-geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/geographische-lage-und-geschichte\/","title":{"rendered":"Die Gemeinde"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1330\" aria-describedby=\"caption-attachment-1330\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1330 size-medium\" src=\"http:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Gemeindehaus-300x186.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Gemeindehaus-300x186.jpg 300w, https:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Gemeindehaus.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1330\" class=\"wp-caption-text\">Gemeindehaus Gro\u00df-Scham, Aufnahme aus 2009<\/figcaption><\/figure>\n<p>Gro\u00df-Scham (rum\u00e4nisch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jamu_Mare\">Jamu Mare<\/a>) ist eine Ortschaft im Banat, Kreis Temesch (Timis). Siebzig Kilometer von Temeswar entfernt liegt das Dorf an der Landesstra\u00dfe zwischen Morawitz und Orawitz.<br \/>\nDie ersten Siedler kamen 1786 und wohnten in Freudenthal, 3 km \u00f6stlich von Gro\u00df-Scham. Insbesondere das fehlende Trinkwasser hat im Jahre 1809 zum Umzug nach Gro\u00df-Scham gef\u00fchrt. In Gro\u00df-Scham gab es im Jahr 1809 etwa 260 H\u00e4user mit 1200 Einwohner, 1810 waren es 1433 . Im Jahr 1900 stieg die Einwohnerzahl auf 3061 und 1940 lebten 2704 Personen in Gro\u00df-Scham. Bedingt durch Abwanderung lebten 1987 nur noch 192 Deutsche in unserem Ort und mittlerweile nur noch eine Handvoll.<\/p>\n<p>Nicht nur die Deutschen sind abgewandert. Migration gab und gibt es auch heute im Dorf. So ver\u00e4u\u00dfern die neuen Hausbesitzer ihr Eigentum und ziehen in andere Ortschaften oder L\u00e4nder. Im Jahr 2017 &#8211; laut offiziellen Angaben&nbsp;&#8211; wohnen 3.133 Personen in der Gemeinde Jamu-Mare. Die Gemeinde setzt sich aus 5 D\u00f6rfer zusammen:&nbsp;Jamu Mare, Clopodia, Ferendia, Gherman und Latunas.<\/p>\n<p><small><em>Das Leben ist ein vielbesagtes Wandern,<\/em><br \/>\n<em> ein w\u00fcstes Jagen ist&#8217;s von dem zum andern \u2026<\/em><br \/>\n<em> N. Lenau<\/em><\/small><\/p>\n<h3>Geschichte der Ortschaften &#8211; ein kurzer Abriss<\/h3>\n<p>Hans Mayer (2013): <a href=\"http:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Geschichte_Gross-Scham.pdf\">Gro\u00df-Scham &#8211; Freudenthal &#8211; Das Dorf an der Grenze<\/a> (PDF, 6 MB)<\/p>\n<h5>Freudenthal<\/h5>\n<p>Die Siedlungsgeschichte Freudenthals begann im Jahr 1782 mit dem Ansiedlungspatent im Namen des Kaisers Josef II. 1786 lie\u00dfen sich die ersten Ansiedler im Ort nieder, wo sie nebst H\u00e4user eine Kirche aus Brettern errichteten. 1787 wurde diese mit zwei Glocken ausgestattet, die aus der amtlich geschlossenen Kreuz-Berg-Kapelle in Werschetz stammten. Die \u00e4lteste Einwohnerliste stammt auch aus dem Jahr 1787 und z\u00e4hlt 152 Hausnummern.<br \/>\nBedingt durch Wassermangel, Nachwirkungen des letzten T\u00fcrkenkrieges und Seuchen mussten die Kolonisten ihr Dorf verlassen. Sie zogen 1809 nach Gro\u00df-Scham um.<\/p>\n<p><small>Karte von <a href=\"http:\/\/mapire.eu\/hu\/map\/secondsurvey\/?layers=osm%2C5%2C42&amp;bbox=2380619.302656145%2C5660269.434088327%2C2389318.7919378513%2C5663971.852645891\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Freudenthal<\/a> (Josephinische Landesaufnahme (1806-1869), <a href=\"http:\/\/mapire.eu\/de\/\">http:\/\/marpire.eu\/de\/ <\/a>)<\/small><\/p>\n<p><small>Karte der&nbsp;<a href=\"http:\/\/mapire.eu\/de\/map\/firstsurvey\/?layers=osm%2C1%2C73&amp;bbox=2380731.5695414385%2C5659555.2256052885%2C2388375.2723699557%2C5662918.4548498355\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gro\u00df-Schamer Gegend<\/a> vor der Umsiedlung der &nbsp;Kolonisten von Freudenthal nach Gro\u00df-Scham (Josephinische Landesaufnahme (1763-1787), <a href=\"http:\/\/mapire.eu\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/mapire.eu\/de\/<\/a>)<\/small><\/p>\n<h5>Gro\u00df-Scham<\/h5>\n<p>Die Nennung des Ortes taucht in der zweiten H\u00e4lfte des 14. Jahrhunderts auf &#8211; ein Dorf des Krassoer Komitats. Der Name Gro\u00df-Scham ist auf Soma (Schuma, serbisch &#8230; Wald) zur\u00fcckzuf\u00fchren. Doch das mittelalterliche Soma\/Sama lag wahrscheinlich nicht an derselben Stelle wie das heutige Gro\u00df-Scham, weil die slavische Ansiedlung weiter nodwestlich zwischen den Semicza-B\u00e4chen, am Fu\u00dfe des Semicza-H\u00fcgels, lag und erst nach und nach talabw\u00e4rts wanderte.<br \/>\nAb 1390, mit den T\u00fcrkenkriegen, wurde die Region immer wieder verw\u00fcstet und tauchte lange Zeit nicht mehr in der Geschichtsschreibung auf. Geschichtliche Erw\u00e4hnungen gab es 1597 als die Gegend f\u00fcr kurze Zeit zu Siebenb\u00fcrgen geh\u00f6rte &#8211; in der Zeit des F\u00fcrsten Sigmund Bathory. Zwischen 1690 und 1700, als \u00f6sterreichisches Heer und Verwaltung sich in dem Gebiet ausbreiteten, wird das Dorf Sama mit Ferendia und Laczunas als Bestandteil des Werschetzer Distriktes erw\u00e4hnt. 1716 wurde die gesamte Gegend, durch den Sieg von Prinz Eugen \u00fcber die T\u00fcrken, zur \u00f6sterreichische Provinz mit dem Namen Temescher Banat. 1717 hatte das Dorf Scham 67 H\u00e4user. \u00dcberlieferungen zufolge war anstelle der serbischen Bev\u00f6lkerung rum\u00e4nische getreten. Im Jahr 1808 wurde von der \u00f6sterreichischen Obrigkeit das Ansuchen der Freudenthaler, die einen besseren Siedlungsplatz suchten, stattgegeben. So \u00fcbersiedelten die Freudenthaler 1809 nach Gro\u00df-Scham und die Gemarkung Freudenthal wurde gr\u00f6\u00dftenteils von Gro\u00df-Scham einverleibt. Zu jener Zeit gab es in Gro\u00df-Scham 264 H\u00e4user und einen Kirchplatz in der Mitte des Ortes. 1812 wurde die Kirche eingeweiht; in den 1820er-Jahren erhielt die Kirche eine Kanzel und eine Orgel. Diese Kirche wurde 1834\/35 erneuert. In den Folgejahren wurde auch ein neuer Hauptaltar gefertigt und sp\u00e4ter eine neue Orgel.<\/p>\n<p>Um 1905 sind viele Gro\u00df-Schamer in die USA: Teils um Geld zu verdienen, um sich in der Heimat mehr leisten zu k\u00f6nnen, teils weil sie ein besseres Leben suchten. Auch durch die Wirren des ersten Weltkrieges und die Umgestaltung der Grenzen &nbsp;blieben viele in den USA. In den Zwanzigerjahren nach dem ersten Weltkrieg gab es wieder andere Dorfbewohner, die ihr Gl\u00fcck&nbsp; in S\u00fcdamerika suchten.<br \/>\nManche der Auswanderer kamen zur\u00fcck, erwarben etwas Land und verloren dann ihren Besitz &#8211; wie viele andere &#8211; als Folge des zweiten Weltkrieges.&nbsp;<\/p>\n<p>Ungeachtet dessen, erreichte das Dorf in den 1930er- und 40er-Jahren seinen wirtschaftlichen und kulturellen H\u00f6hepunkt: Es gab eine Volksschule, einen Kindergarten, medizinische Versorgung, Kreditanstalten, ein Post- und Telegrafenamt, ein Bahnhof, kirchliche, musische und andere Vereine. Auch f\u00fcr jene Zeit moderne Technik hielt Einzug in Gro\u00df-Scham &#8211; 1927 wurde ein Elektrizit\u00e4tswerk errichtet.<\/p>\n<p>Der zweite Weltkrieg und die Zeit danach bescherte den Gro\u00df-Schamer ein \u00e4hnliches Schicksal wie allen anderen in den Banater D\u00f6rfer: Flucht, Vertreibung, Verschleppung. &nbsp;Manche kehrten wieder in ihr Heimatdorf zur\u00fcck, andere suchte eine neue Heimat in \u00d6sterreich, Deutschland, Frankreich, England &#8230; bis dann die gro\u00dfe Auswanderungswelle ab den 1960er-Jahren begann und mit der Revolution in Rum\u00e4nien (1989) in etwa endete.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/die-gemeinde-in-bildern\/\"><small>Bilder aus der Gemeinde Gro\u00df-Scham nach 1989<\/small><\/a><br \/>\n<small><a href=\"https:\/\/www.maps-streetview.com\/Romania\/Jamu-Mare\/satelliteview.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Street view&#8220; &#8211; durch die Hauptstra\u00dfe von Gro\u00df-Scham<\/a><\/small><\/p>\n<p><strong>Zugeh\u00f6rigkeit des Ortes<br \/>\n<\/strong>1717-1775: Kaiserliches Banat, Werschetzer Distrikt<br \/>\n1775-1826: Banater Bergdistrikt<br \/>\n1826-1849: K\u00f6nigreich Ungarn, Temescher Komitat, Werschetzer Bezirk<br \/>\n1849-1861: Wojwodschaft Serbien und&nbsp;Temescher Banat, Werschetzer Bezirk<br \/>\n1861-1871:&nbsp;K\u00f6nigreich Ungarn, Temescher Komitat, Kudritzer Bezirk<br \/>\n1871-1919:&nbsp;K\u00f6nigreich Ungarn,&nbsp;Temescher Komitat,&nbsp;Werschetzer Bezirk<br \/>\n1919-1923: K\u00f6nigreich Jugoslawien,&nbsp;Werschetzer Bezirk<br \/>\n1923-1947: K\u00f6nigreich Rum\u00e4nien, Komitat Temesch-Torontal, Bezirk Detta<br \/>\nab 1947: Rum\u00e4nien, Kreis Temesch<\/p>\n<p><small>Quellen f\u00fcr diese Seite:<br \/>\nAnton P. Petri, Hans Schmidt (1987): Heimatbuch der deutschen Gemeinde Gro\u00df-Scham im Banat. HOG Gro\u00df-Scham (Hrg.), Donauschw\u00e4bische Beitr\u00e4ge Nr. 81, Ebenau<br \/>\nFelix Milleker (1909): Geschichte der Gemeinde Nagy-Zs\u00e4m 1370-1909. Aus Anla\u00df der hundertsten Jahreswende der \u00dcbersiedlung der Freudenthaler nach Nagy-Zs\u00e4m, Temesvar&nbsp;<br \/>\n<\/small><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gro\u00df-Scham (rum\u00e4nisch Jamu Mare) ist eine Ortschaft im Banat, Kreis Temesch (Timis). Siebzig Kilometer von Temeswar entfernt liegt das Dorf an der Landesstra\u00dfe zwischen Morawitz und Orawitz. Die ersten Siedler kamen 1786 und wohnten in Freudenthal, 3 km \u00f6stlich von Gro\u00df-Scham. Insbesondere das fehlende Trinkwasser hat im Jahre 1809 zum Umzug nach Gro\u00df-Scham gef\u00fchrt. 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