{"id":1283,"date":"2017-07-25T18:19:58","date_gmt":"2017-07-25T16:19:58","guid":{"rendered":"http:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/?page_id=1283"},"modified":"2017-10-07T17:56:58","modified_gmt":"2017-10-07T15:56:58","slug":"feste-im-kirchenjahr","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/feste-im-kirchenjahr\/","title":{"rendered":"Feste im Kirchenjahr"},"content":{"rendered":"<p>Die kirchlichen Festtage wurden mal mehr und mal weniger gro\u00df gefeiert; die &nbsp;Feiern wurden je nach den Rahmenbedingungen, die die Feldarbeit ihnen auferlegte, gestaltet.<\/p>\n<h5>Nikolaus<\/h5>\n<p>Advent wurde nicht per se gefeiert, das erste Fest im Kirchenjahr war somit am 6. Dezember, dem Nikolaustag \u2013 \u201eNikolo\u201c. Nikolo war der Vorbote des Christkindes (\u201eChrischtkindl\u201c nach Gro\u00df-Schamer Mundart).<br \/>\nIn meiner Kinderzeit war es zwar bekannt, dass man die Schuhe vor die T\u00fcr stellt, aber in der Regel kam da ein \u201erichtiger\u201c Nikolaus. Der hatte eine gro\u00dfe Pelzm\u00fctze, einen Umhang aus Schafspelz, einen langen Bart aus Hanf oder Schafwolle sowie einen Sack mit \u00c4pfeln, N\u00fcssen, Bonbons und Weidenruten, die er am \u201eGraben\u201c geschnitten hatte. Eine Kette hatte er dabei, um die schlimmen Kinder anzuketten, was nat\u00fcrlich nie geschah. Am Nikolausabend war die Spannung unter den Kindern gro\u00df und steigerte sich oft in Angst, wenn im Gang oder vor der T\u00fcr die Ketten klirrten. Der Nikolaus zeigte sich nat\u00fcrlich von der guten Seite. Nachdem er sich \u00fcberzeugt hatte, dass die Kinder singen, beten und auch ein Gedicht sagen k\u00f6nnen, packte er seinen Sack aus, zur Freude der Kinder, nicht aber ohne eine Rute beim Vater zu lassen.<\/p>\n<p>Manches Kind hatte aber doch seine Zweifel an der Identit\u00e4t des Nikolos. Und manchem Kind ist die \u00c4hnlichkeit mit dem gro\u00dfen Cousin verd\u00e4chtig vorgekommen. Andere aber waren \u00fcberzeugt, dass es ein richtiger Nikolaus ist und suchten Schutz bei den Eltern, bis der Nikolo wieder ging.<\/p>\n<h5>Weihnachten<\/h5>\n<p>Am 24. Dezember nachmittags wurde der Christbaum geschm\u00fcckt, heimlich f\u00fcr die Kleinen; die Gro\u00dfen durften mithelfen. Am Abend war die Bescherung. Die Kerzen wurden angez\u00fcndet und die Familie versammelte sich um den Weihnachtsbaum. Die Kinder sagten Gedichte auf und es wurden Weihnachtslieder gesungen. Nach der Bescherung und nachdem die \u00dcberraschung etwas abgeklungen war, gab es das Abendessen.<br \/>\nUm die Zeit bis zur Mette zu \u00fcberbr\u00fccken, versammelten sich die Jugendlichen in kleineren Gruppen, meist bei einem M\u00e4dchen. Die Verheirateten trafen sich bei Freunden oder Verwandten und verbrachten die Zeit mit Erz\u00e4hlen, Kartenspielen und die Frauen auch mal mit Handarbeit. Kurz vor Mitternacht gingen alle in die Kirche, um der Mitternachtsmesse beizuwohnen. Aus allen Gassen str\u00f6mten die Leute mit ihren Laternen zur Kirche; es war ein faszinierendes Bild, die vielen Lichter beim Kircheneingang zu sehen, ebenso wenn sie sich nach der Mette in alle Richtungen verloren.<br \/>\nNach der Mette, zu Hause angekommen, gab es ein Mitternachtsessen. Das war immer eine ger\u00e4ucherte Wurst mit Kartoffeln und Kren (geriebener Meerrettich).<\/p>\n<p>Speziell in Gro\u00df-Scham war es \u00fcblich, dass an Heilig Abend schon am Nachmittag das Chrischtkindl im Dorf zu sehen war. Es gab zwei oder drei Formationen, bestehend aus jeweils drei M\u00e4dchen und einem Buben. Sie waren wei\u00df gekleidet und verk\u00f6rperten die Erzengel Gabriel und Michael, das Christkind mit einer Wiege mit Puppe und den heiligen Josef. Sie gingen von Haus zu Haus und baten um Einlass. Es war eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, dass sie in jedes Haus durften, schon wegen der Kinder. Der erste der eintrat, war Gabriel. Danach kam Michael und dann das Christkind mit der Wiege; zuletzt kam Josef, der musste das Kindlein wiegen. Nachdem sie ihr Lied gesungen hatten, bekamen sie einige Geldm\u00fcnzen und gingen dann ins n\u00e4chste Haus. Es waren meistens Kinder, deren Eltern nicht so wohlhabend waren, die sich durch die Gaben eine kleine Weihnachtsfreude bereiten konnten.<\/p>\n<h5>Neujahr<\/h5>\n<p>Am Neujahrstag gingen Jung und Alt durchs Dorf und w\u00fcnschten einander Gl\u00fcck f\u00fcr das angebrochene neue Jahr. Vor allem die Kinder konnten es kaum erwarten, den Eltern, Verwandten und Nachbarn ihre Gl\u00fcckw\u00fcnsche zu \u00fcberbringen. Denn hatten die Kinder ihre Gl\u00fcckw\u00fcnsche vorgetragen, erhielten sie Geschenke \u2013 Geld, \u00c4pfel, N\u00fcssen, S\u00fc\u00dfigkeiten.<br \/>\nDie Gl\u00fcckw\u00fcnsche wurden meistens in Form eines Gedichtes vorgetragen.<\/p>\n<p>Die kleinen Kinder gratulierten beispielsweise mit folgenden Reime:<br \/>\nIch bringe euch zum neuen Jahr<br \/>\neinen kleinen Gl\u00fcckwunsch dar.<br \/>\nMein Wunsch ist zwar klein,<br \/>\ndoch gut gemeint und wahr.<br \/>\nIhr sollt gl\u00fccklich sein im neuen Jahr.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dferen Kinder \u00fcberbrachten die W\u00fcnsche mit den Versen:<br \/>\nAn dieses Jahres ersten Morgen begr\u00fc\u00df ich euch mit gro\u00dfer Lust,<br \/>\nzwar Wechsel, Hoffnungen und Sorgen an diesem Tag in mancher Brust.<br \/>\nWir fragen uns was wird uns bringen das Jahr in seinem dunklen Scho\u00df,<br \/>\nwas tr\u00e4gt die Zeit auf ihren Schwingen, wie f\u00e4llt in Zukunft unser Los.<br \/>\nSo kreuzen heute sich die Fragen, so treten wir ins neue Jahr,<br \/>\nwas kommen wird in seinen Tagen, ist keinem Menschen offenbar.<br \/>\nViel Gl\u00fcck im neuen Jahr!<\/p>\n<p>Die jungen Leute hatten schon auf dem Silvesterball die Gelegenheit sich gegenseitig zu begl\u00fcckw\u00fcnschen. Auch die \u00c4lteren begl\u00fcckw\u00fcnschten sich gegenseitig am Neujahrsmorgen und dann zur Kirche. Nach dem Gottesdienst eilte jeder nach Hause, denn dort stand schon ein Festmahl bereit.<\/p>\n<h5>Dreik\u00f6nig<\/h5>\n<p>Am 6. Januar ist das Dreik\u00f6nigsfest &#8211; mit dem auch die Weihnachtszeit endet. Es war Brauch, dass sich jeweils drei Buben (Sch\u00fcler) zusammentaten, wei\u00dfe Kleider anzogen und mit Zepter und Krone die Drei K\u00f6nige aus dem Morgenlande darstellten. Schon am 5. Januar nachmittags nach der Brot- und Wasserweihe zogen sie durchs Dorf, von Haus zu Haus, und sangen das Dreik\u00f6nigslied. Dabei bekamen sie in jedem Haus ein Geldst\u00fcck. Das geweihte Brot und Wasser wurde nach Hause getragen und jedes Familienmitglied bekam etwas davon; so auch das Vieh. Das geweihte Wasser und Brot sollte vor Krankheiten sch\u00fctzen.<br \/>\n\u00dcblich war es auch, Krapfen zu backen. Dabei wurden in ein paar Krapfen je eine M\u00fcnze gesteckt. Wer eine M\u00fcnze fand \u2013 und das waren immer die Kinder \u2013 der war der K\u00f6nig. Dieser Brauch wird auch heute bei uns fortgef\u00fchrt; die Kinder freuen sich immer, wenn sie eine M\u00fcnze in ihrem Krapfen finden.<br \/>\nDas Dreik\u00f6nigsfest hatte f\u00fcr die Kinder auch eine weniger erfreuliche Seite. Danach waren n\u00e4mlich die Ferien zu Ende. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeit, wo ich schon in Temeswar zur Schule ging. Erst in den Osterferien durften wir wieder nachhause fahren, und das waren immerhin 12 bis 14 Wochen.<\/p>\n<h5>Lichtme\u00df<\/h5>\n<p>war am 2. Februar, wurde aber nicht gro\u00df gefeiert. \u00dcberliefert ist ein Spruch zu diesem Tag: Lichtme\u00df, spinne vergess, bei Tach zu Nacht gess; was das Ende des Winters andeutet.<\/p>\n<p><strong>Fasching<\/strong><br \/>\nDie Faschingszeit wurde in Gro\u00df-Scham ausgiebig gen\u00fctzt. Da reihte sich Veranstaltung an Veranstaltung, in deren Mittelpunkt die verschiedenen B\u00e4lle standen. Sie wurden weitgehend von den Ortsvereinen organisiert. Zu den st\u00e4ndig wiederkehrenden B\u00e4llen geh\u00f6rten: \u201e Bauernball\u201c, \u201eGewerbeball\u201c, \u201eFeuerwehrball\u201c, \u201eRekrutenball\u201c und \u201eBinglball\u201c. Zu den nicht st\u00e4ndigen B\u00e4llen z\u00e4hlten die B\u00e4lle der Gesangsvereine, der Musikkapellen, der Trachtenball, der \u201eSchwoweball\u201c und der Maskenball. Bevorzugter Balltag war der Donnerstag. Zum \u201eLetztfasching\u201c wurde am Sonntag, Montag und Dienstag jeweils nachmittags und abends getanzt. Dienstags, um 24:00 Uhr, stellten die Musikanten ihr Spiel ein und verlie\u00dfen gemeinsam mit den T\u00e4nzern das Gasthaus.<\/p>\n<h5>Aschermittwoch und Fastenzeit<\/h5>\n<p>Am Aschermittwoch wurde das \u201eAschenkreuz\u201c in der Kirche verteilt. Ansonsten wurde dem Kirchenfest keine gro\u00dfe Aufmerksamkeit geschenkt.<br \/>\nDie Fastenzeit wurde eher individuell gestaltet, je nachdem, wie religi\u00f6s die einzelnen Familien waren.<\/p>\n<h5>Palmsonntag, Karwoche und Ostern<\/h5>\n<p>Ostern war auch in unserem Dorf, wie in allen katholischen Gemeinden, ein bedeutender kirchlicher Feiertag. Wenn man von Ostern spricht, so muss man schon eine Woche vorher beginnen, n\u00e4mlich am Palmsonntag. An diesem Tag wurden in der Kirche die Palmzweige geweiht. Es war eine Messe mit gro\u00dfer Prozession und bei der R\u00fcckkehr der Prozession in die Kirche musste der Priester dreimal mit dem Kreuz an die Kirchent\u00fcr klopfen, um eingelassen zu werden. Die geweihten Palmen nahm man mit nach Hause, wo sie aufbewahrt wurden. Einige Palmzweige wurden auf den Friedhof getragen und auf die Gr\u00e4ber der Angeh\u00f6rigen gesteckt. In der Karwoche gab es jeden Tag eine Messe. Dann kam der Gr\u00fcndonnerstag. Nach der Messe verstummten die Orgel und auch die Glocken, zum Zeichen der Trauer \u00fcber den Tod Christi, bis zur Auferstehung. Es hie\u00df, die Glocken seien nach Rom geflogen. In dieser Zeit wurde in der Kirche ohne Orgelbegleitung gesungen und die Glocken wurden durch Ratschen ersetzt. Die Kinder, angeleitet vom Messner, besorgten das Ratschen mit einer gro\u00dfen Ratsche, die im Glockenturm war. Die Ratsche war nicht so laut wie die Glocken, doch konnte man sie weithin h\u00f6ren. Auch gingen Buben mit kleinen Ratschen durchs Dorf. Der Karfreitag galt als Trauertag \u2013 der Tod Christi. Zugleich z\u00e4hlte er auch als der gr\u00f6\u00dfte Fastentag des Jahres. An diesem Tag wurde grunds\u00e4tzlich kein Fleisch gegessen und auf tierisches Fett verzichtet. Viele a\u00dfen nicht einmal Milch oder Eier. Am Karfreitag wurde nicht gearbeitet. In einer Seitenkapelle der Kirche wurde das Heilige Grab eingerichtet. Am Karsamstag wurde w\u00e4hrend der Messe das Allerheiligste zum Heiligen Grab getragen und dort den ganzen Tag, zur Anbetung, ausgestellt. Am Abend wurde mit einer gro\u00dfen Prozession in der Hauptgasse (\u201eBratgass\u201c) die Auferstehung gefeiert. Die Fenster wurden Heiligenstatuen und brennenden Kerzen geschm\u00fcckt. Fahnen wurden getragen, der Priester ging unter dem Baldachin mit dem Allerheiligsten und erteilte an jeder Ecke den Segen. Die Prozession, die auf dem ganzen Weg von der Musikkapelle begleitet wurde, ging etwa bis zur H\u00e4lfte der Stra\u00dfe und kehrte dann in die Kirche zur\u00fcck. Der Priester verk\u00fcndete die Auferstehung und unter Glockengel\u00e4ut und mit Chor und Orgel wurde das Lied \u201eDer Heiland ist erstanden\u201c gesungen.<br \/>\nIch kann mich noch daran erinnern, wie in den drei\u00dfiger Jahren die Feuerwehr am Heiligen Grab die Wache hielt. Vom Vater und Gro\u00dfvater wei\u00df ich, dass fr\u00fcher, etwa um 1900 und noch fr\u00fcher, die Sch\u00fctzen die Wache hielten und bei der Auferstehung mit B\u00f6llern schossen.<\/p>\n<p>Der Ostersonntag begann mit einem Hochamt. Danach aber war der Ostersonntag der Tag der Kinder und Jugendlichen. Nach der Messe gingen die Kinder nicht wie an Neujahr zu allen Verwandten, sondern nur zu den Gro\u00dfeltern und zu \u201ePhat und Godel\u201c (Taufpate und Patin) und brachten Gl\u00fcckw\u00fcnsche dar.<br \/>\nDie Kleinen sagten: Aus lauter Lieb und Herzenstreu, komm ich um mein Osterei. Daf\u00fcr gab es dann f\u00fcr die Kinder Osterhasen aus Lebkuchen, Zucker oder Schokolade, Zuckereier und Orangen und viele gef\u00e4rbte Ostereier.<br \/>\nZuhause hatte die Mutter ebenso die Ostergeschenke vorbereitet. Diese waren in der Regel im Garten im Klee in einem Nest versteckt und die Kinder mussten das Osternest suchen. Die Freude war immer gro\u00df und manches Kind hat nach den vielen Ostereiern essen, Bauchweh bekommen.<\/p>\n<p>Einen Spruch zu den Ostereier in Gro\u00df-Schamer Mundart:<br \/>\nIch waas was, ich waas was, die Motter is de Haas. Die Hingle leje die Aijer, dann saan se, es war de Haas.<\/p>\n<p>\u00dcber die Osterfeiertage gab es auch immer einen besonderen Speiseplan: So wurde an Ostern haupts\u00e4chlich Lammfleisch verzehrt; am Gr\u00fcndonnerstag Spinat meist mit paniertem Brot.<\/p>\n<p>Ostermontag war der Tag der gro\u00dfen Buben, und zwar der jungen M\u00e4nner bis zur Rekrutierung. Viele besorgten sich ein Fl\u00e4schchen K\u00f6lnischwasser oder Parfum und ging zu den M\u00e4dchen oder zu \u201eseinem\u201c M\u00e4dchen zum \u201eSpritzen\u201c. Dabei wurden das M\u00e4dchen und ihre Kleider mit Parf\u00fcm bespritzt.<\/p>\n<h5>Wei\u00dfer Sonntag und Erstkommunion<\/h5>\n<p>Am ersten Sonntag nach Ostern, dem Wei\u00dfen Sonntag, fand allj\u00e4hrlich die <a href=\"http:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/1960-Erstkommunion.jpg\">Erstkommunion<\/a> statt. Schon viele Wochen vorher freute sich die Bev\u00f6lkerung auf diesen wichtigen Tag im Leben ihrer Kinder. In jener Zeit hatten Schneiderinnen, Schneider und Schuster die H\u00e4nde voll zu tun. War endlich der ersehnte Tag gekommen, begaben sich die Erstkommunikanten zusammen mit ihren Eltern in den Schulhof. Hier sorgte jeweils der Klassenlehrer f\u00fcr die Paarweise Aufstellung, voran die M\u00e4dchen, hernach die Knaben. War alles bereit, erfolgte der feierliche Einzug der Kinder in die Kirche \u2013 von den Kl\u00e4ngen der Musikkapelle begleitet. Vor der Kommunion sprach der Priester zu den Erstkommunikanten \u00fcber die Bedeutung des Ereignisses und erneuerte das Taufgel\u00f6bnis. Nach dem Gottesdienst verlie\u00dfen diese die Kirche in gleicher Aufstellung wie beim Einzug und begaben sich wieder in den Schulhof.<\/p>\n<h5>Pfingsten<\/h5>\n<p>Pfingsten war kein sehr gro\u00dfer Feiertag. Der Pfingstmontag war bei den Bauern Arbeitstag. Eine Gaudi machten sich die Burschen zu Pfingsten trotzdem. Samstagnacht vor Pfingsten gingen sie die \u201eMadle Phingsteling mache\u201c. Dazu nahmen sie einen Korb voll Spreu oder Stroh und streuten es bei den M\u00e4dchen vor das. Die Betroffenen mussten dann fr\u00fch aufstehen und die Stra\u00dfe kehren, denn am Pfingstsonntag musste Ordnung sein. Es gab aber auch noch manch anderen Schabernack.<\/p>\n<h5>Fronleichnam<\/h5>\n<p>Am zweiten Donnerstag nach Pfingsten feierten die Gro\u00df-Schamer, wie alle Katholiken, Fronleichnam.<br \/>\nEs ist das Fest des heiligen Leibes und Blutes Christi. Der Name \u201eFronleichnam\u201c stammt aus dem Althochdeutschen, wobei \u201efron\u201c f\u00fcr \u201eHerr\u201c steht und \u201elichnam\u201c f\u00fcr \u201eLeib\u201c.<br \/>\n<strong>&#8230; <a href=\"http:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/banater-schwabenkinder-bei-der-fronleichnamsprozession-in-rastatt\/\">mehr zum Brauch in Gro\u00df-Scham und wie heute gefeiert wird<\/a><\/strong><\/p>\n<h5>Maria Himmelfahrt<\/h5>\n<p>wurde am 15. August gefeiert. F\u00fcr viele Gro\u00df-Schamer war dies der Wallfahrtstag.<\/p>\n<h5>Kirchweihfest<\/h5>\n<p>Ein fester Termin im Gro\u00df-Schamer Kirchenjahr war das Kirchweihfest am zweiten Sonntag im September.<br \/>\nIm Laufe der Zeit begingen die Gro\u00df-Schamer ihr Fest auf unterschiedliche Art und Weise, der wesentliche Ablauf und das Brauchtum blieben aber gleich.<br \/>\n<strong>&#8230; <a href=\"http:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/kirchweihfest-und-tracht-in-grossscham\/\">mehr zum Kirchweihfest und zur Gro\u00df-Schamer Kirchweihtracht<\/a><\/strong><\/p>\n<h5>Allerheiligen<\/h5>\n<p>wurde am 1. November gefeiert. Einige Tage davor wurden eifrig die letzten Blumen (Chrysanthemen), Laub gesammelt oder mit handgemachte Blumen die Kr\u00e4nze und Gestecke f\u00fcr den Friedhof gefertigt.<br \/>\nAm Nachmittag gab es eine Totenvesper und am Abend gingen dann die Familien an die Gr\u00e4ber ihrer Verstorbenen und z\u00fcndeten Kerzen an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><small><span style=\"font-size: small;\">Quellen f\u00fcr diese Seite:<br \/>\nAnton P. Petri, Hans Schmidt (1987): Heimatbuch der deutschen Gemeinde Gro\u00df-Scham im Banat. HOG Gro\u00df-Scham (Hrg.), Donauschw\u00e4bische Beitr\u00e4ge Nr. 81, Ebenau<br \/>\nJohann Mayer (2013): Freudenthal &#8211; Gro\u00df-Scham, Geschichte<br \/>\n<\/span><\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die kirchlichen Festtage wurden mal mehr und mal weniger gro\u00df gefeiert; die &nbsp;Feiern wurden je nach den Rahmenbedingungen, die die Feldarbeit ihnen auferlegte, gestaltet. 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