{"id":1123,"date":"2017-07-11T09:19:23","date_gmt":"2017-07-11T07:19:23","guid":{"rendered":"http:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/?page_id=1123"},"modified":"2017-10-07T17:59:27","modified_gmt":"2017-10-07T15:59:27","slug":"kirchweihfest-und-tracht-in-grossscham","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/kirchweihfest-und-tracht-in-grossscham\/","title":{"rendered":"Kirchweihfest und -tracht"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1110\" aria-describedby=\"caption-attachment-1110\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1110 size-medium\" src=\"http:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Frisur-klein-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Frisur-klein-225x300.jpg 225w, http:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Frisur-klein-768x1024.jpg 768w, http:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Frisur-klein-1200x1600.jpg 1200w, http:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Frisur-klein.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 85vw, 225px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1110\" class=\"wp-caption-text\">Geflochtener Zopf hochgesteckt geh\u00f6rt zu der Haartracht eines M\u00e4dchens<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein fester Termin im Gro\u00df-Schamer Kirchenjahr war das Kirchweihfest am zweiten Sonntag im September.<br \/>\nIm Laufe der Zeit begingen die Gro\u00df-Schamer ihr Fest auf unterschiedliche Art und Weise, der wesentliche Ablauf und das Brauchtum blieben aber gleich. Erst 1973 erschienen die Kirchweihm\u00e4dchen in der uns bekannten Tracht, die Buben aber weiterhin in Anzug und Hut. Die Gro\u00df-Schamer Tracht bestand in jener Zeit aus einem gestickten Hemd, einer schwarzen Weste aus Samt oder Seide und einem bestickten oder bemalten oder auch nur unifarbenen Dreieckstuch. \u00dcber den zwei bis drei gest\u00e4rkten Unterr\u00f6cken wurde ein geraffter \u00dcberrock getragen. Dieser war aus Seide und meist in den Farben rosa, hellblau, hellgr\u00fcn oder hellgelb; dazu gab es eine schwarze Sch\u00fcrze. 1976 hatten die \u201eKerweihbuwe\u201c erstmals das \u201eLeiwl\u201c an \u2013 eine schwarze Weste mit silbernen Kn\u00f6pfen. Dazu trugen sie eine schwarze Hose und dunkle Schuhe. Ein \u201eKerweihut\u201c geh\u00f6rte aber schon immer dazu. Der Brauch und die Tracht wurden bis Ende der Achtzigerjahre in dieser Art beibehalten.<br \/>\nDas Kirchweihfest selbst wurde monatelang geplant. Die Kirchweihbuben entschieden untereinander, wer \u201eerster\u201c und wer \u201ezweiter Vort\u00e4nzer\u201c sein soll. Meistens meldeten sich Freiwillige \u2013 und dies jedes Jahr aufs Neue.<br \/>\nDie zwei Vort\u00e4nzer, auch Geldherren genannt, waren f\u00fcr die gesamte Organisation verantwortlich. Sie besorgten alles vom Kirchweibaum bis zur Musikkapelle. Ebenfalls zeitig vor dem Fest, formten sich die Kirchweihpaare; die Burschen fragten ein M\u00e4dchen ihrer Wahl, ob sie mit ihm zum Kirchweihtanz \u201eums Fass\u201c gehen m\u00f6chte.<br \/>\nDas Kirchweihfest, das haupts\u00e4chlich von Samstag bis Montag ablief, folgte stets nach gleichem Ritual. So geh\u00f6rte es zu der Aufgabe der M\u00e4dchen, die H\u00fcte ihrer Partner zu schm\u00fccken. Traditionell bestand der Hutschmuck aus B\u00e4ndern, farblich passend zum Rock des M\u00e4dchens, und aus Str\u00e4u\u00dfchen mit selbstgemachten Papierblumen und eingebundenen Spiegeln. Die Str\u00e4u\u00dfchen steckten sie im Hutband fest.<br \/>\nEbenfalls mit B\u00e4ndern schm\u00fcckten die M\u00e4dchen auch den Kirchweihstrau\u00df \u2013 ein Rosmarinstrauch \u2013, und zwar bei der ersten Vort\u00e4nzerin freitags vor dem Fest. Auch die Buben hatten ihre Aufgaben. Typisch f\u00fcr die Gro\u00df-Schamer Kirchweih war das F\u00e4llen eines Baumes als \u201eKirchweihbaum\u201c im naheliegenden Wald. Um den Baum p\u00fcnktlich am Samstagnachmittag mit Pferdewagen durchs Dorf zu fahren und aufzustellen, mussten die Burschen die Kutscher morgens, noch vor Sonnenaufgang, bei deren Arbeit unterst\u00fctzen. Durch die Mithilfe hatten die Kutscher ihrerseits Zeit, den Jungs beizustehen, den Baum zu f\u00e4llen und zu transportieren. Die Kirchweihbuben stellten den Baum auf dem Schulhof auf, nachdem sie die Baumkrone mit B\u00e4ndern geschm\u00fcckt hatten.<br \/>\nAm Sonntagmorgen trafen sich die Kirchweihpaare in Tracht gekleidet im Kulturhaus. Der Kirchweihzug marschierte mit Musik zuerst zur zweiten dann zur ersten Vort\u00e4nzerin und holte diese ab. Im Anschluss ging es zur Messe. Nach dem Festgottesdienst wurden der Priester und weitere Honoratioren des Dorfes offiziell zum Fest eingeladen.<br \/>\nWichtiger Bestandteil der Feier war das Essen und Trinken: So wurden die Kirchweipaare beim Abholen der Vort\u00e4nzerinnen, beim Heimbegleiten der Strau\u00dfgewinnerin usw. stets reichlich bewirtet. Sonntagmittag war es Brauch, dass die Burschen jeweils einen Musikanten zum Essen einluden. Nach dem Mittagessen, gegen 15:00 Uhr, sammelten sich die Paare bei der ersten Vort\u00e4nzerin. In Reih und Glied ging es dann zum Schulhof, wo das Fest er\u00f6ffnet wurde. Der Festauftakt umfasste Begr\u00fc\u00dfung, Gedichte und die Versteigerungen. Hut, Tuch und Schafbock wurden verlost.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1363\" aria-describedby=\"caption-attachment-1363\" style=\"width: 198px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1363 size-medium\" src=\"http:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/1981_-Gross-Scham-Kerweih-Strau\u00dfversteigerung-198x300.png\" alt=\"\" width=\"198\" height=\"300\"><figcaption id=\"caption-attachment-1363\" class=\"wp-caption-text\">Kerweih-Straussversteigerung<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Kirchweihbaum wurde gegen Bargeld versteigert. Der Strau\u00df wurde unter den Kirchweihpaaren versteigert und der Partnerin des Gewinners geschenkt. Nach dem gemeinsamen Tanz um das \u201eFass\u201c wurde die Strau\u00dfgewinnerin nachhause begleitet. Das Abendessen nahmen die Burschen bei ihren M\u00e4dchen ein. Danach kamen alle bei der Strau\u00dfgewinnerin zusammen. Von dort zogen sie mit Musik in den Festsaal, wo die Tanzunterhaltung bis in die Morgenstunden dauerte.<br \/>\nMontags luden die Jungs die M\u00e4dchen zum Mittagessen ein. Nachmittags versammelten sich die Paare wieder bei der Strau\u00dfgewinnerin und es ging zum Tanz, der sich bis zum Abend hinzog. Anschlie\u00dfend fand das gemeinsame Abendessen \u2013 Schafbock-Paprikasch \u2013 in der Kantine des Dorfes statt. Dieses Essen organisierte und spendete der Gewinner des Schafbocks. Nach dem Essen kehrten alle in den Festsaal zur\u00fcck.<br \/>\nAm Kirchweihmontag und an der \u201eNachkirchweih\u201c trugen die Kirchweihpaare keine Festtagstracht.<br \/>\nTypisch f\u00fcr die Siebzigerjahre war der \u201eHausball\u201c, der fast jeden Abend zwischen Kirchweihmontag und Nachkirchweih stattfand. An der Nachkirchweih selbst traf man sich abends bei der Strau\u00dfgewinnerin, marschierte musikalisch begleitet zum Festsaal und lie\u00df mit Tanz das Kirchweihfest ausklingen.<br \/>\n<em>Dagmar \u00d6sterreicher und Ewald Rohr<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/clandata.sytes.net\/wordpress\/kirchweihbilder\/\">Kirchweihz\u00fcge ab 1967<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein fester Termin im Gro\u00df-Schamer Kirchenjahr war das Kirchweihfest am zweiten Sonntag im September. Im Laufe der Zeit begingen die Gro\u00df-Schamer ihr Fest auf unterschiedliche Art und Weise, der wesentliche Ablauf und das Brauchtum blieben aber gleich. 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